Dienstag, 24. Februar 2015

Top 5 Klischees über Bibliotheksangestellte

Als ich noch in einer öffentlichen Bibliothek gearbeitet habe, die ja nun für alle Menschen offen steht, wurde ich des öfteren mit Klischees konfrontiert, die Menschen über Bibliotheksangestellte haben. Mal ganz lustig, mal ganz nett und manchmal haben mich die Klischees heftig mit den Kopf schütteln lassen.
Damit du auch etwas davon hast - und sei es einfach nur einen Schmunzler - habe ich die Top 5 Klischees rausgesucht und kläre natürlich gerne darüber auf :)

  1. Haben Sie eigentlich alle Bücher, die hier stehen, gelesen?

    Hier muss ich enttäuschen: Leider nein. Dafür haben die Angestellte einfach nicht genug Zeit. Außerdem interessiert einem natürlich nicht alles und zudem wird ja auch regelmäßig der Bestand erneuert. Das heißt, alte/kaputte/nicht mehr aktuelle/selten ausgeliehene Bücher werden aussortiert und neue kommen in den Bestand. Das passiert immer peu à peu und nicht auf einmal.

  2. Sie lesen doch bestimmt viel!

    Ja, das können wohl die meisten Bibliotheksangestellten unterschreiben. Aber auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Ich zumindest habe mir unter anderem aus diesem Grund den Beruf ausgesucht.
     
  3. Ihre Bibliothek öffnet doch erst um 11 Uhr, dann fangen Sie aber ganz schön spät an zu arbeiten.

    Nur weil die Bibliothek erst um 11 Uhr öffnet, heißt das noch lange nicht, dass ich erst fünf Minuten vorher da bin. Vor allem, wie lange müsste ich dann arbeiten, damit ich meine wöchentlichen Arbeitsstunden zusammenbekomme? In der Regel wird morgens so zwischen 7-8 Uhr angefangen & dann fällt die Arbeit an, die man sonst während der Öffnungszeiten eher nicht machen kann, z.B. Bücher ins Regal stellen, Reparatur-Arbeiten, Regalkontrolle und vieles mehr.
     
  4. Und was machst du den ganzen Tag? Bücher ins Regal stellen? Lesen? (oft Freunde)

    Die Frage ist auch immer der Brüller - wenn es doch nur so einfach wäre :). Nein, so ist es natürlich nicht. Einen Großteil der Zeit habe ich Thekendienst, was die Annahme der ausgeliehenen Bücher beinhaltet oder aber, um neue Nutzer anzumelden oder auch einfach nur die Suchfragen eines Nutzers zu beantworten. Lehrer aber auch Kindergärten können Medienkisten anfordern, was wiederum heißt, dass zu den entsprechenden Themen Medien ausgesucht werden müssen.
     
  5. Also bist du Bibliothekarin?

    Das denken sehr viele und setzen Bibliothekarin mit Fachangestellten (ehemals Bibliotheksassistenten) gleich. Für das eine muss man allerdings ein Studium absolvieren, für das andere eine dreijährige Ausbildung. Als Bibliothekar hat man wesentlich mehr Verantwortung, muss mehr Entscheidungen treffen und ist auch für Personal zuständig. Als Fachangestellte hat man das normalerweise nicht und ist für die "einfacheren" Sachen zuständig. Was jetzt genau und wie das in anderen Bibliotheken gehandhabt wird, ist allerdings eine andere Geschichte ;)

1 Kommentar:

  1. Herrlich,

    diese Aussagen kann ich voll und ganz unterschreiben.
    Sehr schöner Post. :)

    Liebe Grüße,
    Yvonne (Yvonnes Bücherecke)

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