Donnerstag, 26. Januar 2017

Rezension: Kenneth Oppel - Affenbruder

Verlagsseite
"Als Zan in die Familie Tomlin kommt, ist sich Ben sicher: Seine Familie ist die verrückteste der Welt! Denn Zan ist ein Schimpansen-Baby, mit dem eine Studie durchgeführt wird: Zan soll Zeichensprache lernen. Schon bald herrscht bei den Tomlins großes Affentheater. Zan wird für Ben zum »richtigen« Bruder, den er über alles liebt und zu dem er eine enge Beziehung aufbaut. Als Zan die Erwartungen nicht erfüllt und von der Uni weiterverkauft wird, erlebt Ben die zweischneidigen Seiten von Tierversuchen und fragt sich verzweifelt: Wie weit darf die Wissenschaft Zan für ihre Zwecke einsetzen?"









Inhalt:
Bens Vater ist Wissenschaftler und möchte mithilfe eines Schimpansenbabys eine Studie durchführen und ihm die Zeichensprache beibringen. Damit das gut klappt, wird das Schimpansenbaby seiner Mutter aus einem Versuchslabor weg- und in die Familie Tomlin aufgenommen und wie ein weiteres Familienmitglied behandelt. Ben wird das neue Familiemitglied Zan als "Bruder" vorgestellt, wovon Ben natürlich nicht so begeistert ist, doch nach und nach freundet Ben sich immer mehr mit Zan an und akzeptiert ihn als kleinen Bruder und kümmert sich liebevoll um ihn. Das Leben mit Zan ist nicht immer einfach, doch er lernt schnell und kann sich immer besser per Zeichensprache mit seiner Familie verständigen. Je älter er allerdings wird, desto größer werden auch die zunehmenden Probleme mit dem heranwachsenden Zan und der Erfolg der Studie scheint auch nicht mehr sicher zu sein, so dass dieser schließlich verkauft wird, was Ben natürlich das Herz bricht. Obwohl er es in seinem neuen Zuhausen scheinbar gut hat, ist Ben über den Umgang mit Zan dort nicht besonders glücklich und setzt alles daran, seinen gliebten Freund und Bruder wiederzubekommen.


Meine Meinung:
Alleine auf die Idee zu kommen, einen Baby Schimpansen in die Familie aufzunehmen und als vollwertiges Mitglied zu behandeln ist schon mehr als außegewöhnlich. Umso erschreckender fand ich es, dass solche Versuche tatsächlich stattfanden (*hier* nach zu lesen) und für den Schimpansen oft kein gutes Ende nahm.
Ben ist anfangs gar nicht begeistert über den Familienzuwachs, was ich sehr gut nachvollziehen kann - kommt doch tatsächlich ein kleines Baby, legt sich ins gemachte Nest und alle scharwenzeln um den kleinen Zan herum und dann wird ihm auch noch gesagt, dass das sein kleiner Bruder ist. Wer da auf der Strecke bleibt, ist nicht schwer zu erraten. Doch auch Ben kann sich den Charme des kleinen Zans nicht entziehen und gewöhnt sich immer mehr an ihn und gewinnt ihn richtig lieb.
Die Entwicklung der freundschaftlichen Beziehung zwischen Ben und Zan anzuschauen war richtig schön und auch sehr realistisch dargestellt. Umso erschreckender fand ich es, wie sich der Vater gegenüber Zan und seinem eigenen leiblichen Sohn dargestellt hat, nämlich ziemlich empathielos und auch recht kalt.
Für ihn war es ein leichtes Zan am Ende des Experimentes wegzugeben und mit dem Leben so weiter zu machen, wie vorher. Denn für Bens Vater waren einzig und allein die Resultate und Erfolge von Bedeutung, die Zan macht. Zum Ende des Buches scheint Ben aber zu ihm durchgedrungen zu sein und zeigt sich doch etwas verständnisvoller gegenüber seinen beiden Kindern.
Mir hat die Wandlung der Charaktere sehr gut gefallen und ich konnte auch nachvollziehen, warum diese so Handeln, wie sie gehandelt haben. Zudem gab es viele interessante Informationen rund um das Thema Schimpansen, die Zans Verhalten erklärt haben, so dass ich auch ihn gut verstehen konnte.

Fazit:
Ein tolles und informatives Buch, das die zwischenmenschlichen Beziehungen zeigt und über Tierversuche in den 60er geht. Wie weit darf die Wissenschaft mit Versuchstieren gehen? Darüber kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen und "Affenbruder" liefert gute Anregungen zu diesem Thema.


5/5 Sterne

Infos zum Buch:
ab 14 Jahre
2015 erschienen
439 Seiten
ISBN 978-3-407-81206-3
Gebunden
17,95 € (D)


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